Im Land der Inka! 17-tägige Rundreise durch Peru.

Meine Abschlussreise nach der Beendigung meines Dienstes in Cochabamba führte mich in Boliviens Nachbarstaat Peru. Wenn man an Peru denkt, hat man zwangsläufig zuerst die Bilder der Inkahauptstadt Machu Picchu vor Augen, tatsächlich hat Peru aber viel mehr zu bieten. Auf dem Weg zur peruanischen Grenze, die ich am 20. August passierte, schaute ich mir noch die Ruinenstätte von Tiwanaku in Bolivien an, da ich das ganze Jahr keine Zeit hatte, sie zu besuchen. Mein erster Stopp in Peru war dann Puno am Titikakasee, wo ich mir die Schilfinseln der Uros angeschaut habe. Das Volk der Uros lebt seit mehreren hundert Jahren auf dem Titikakasee einige Kilometer vom Festland entfernt auf ihren Schilfinseln, die sie von Jahr zu Jahr durch eine ausgeklügelte Bautechnik vergrößerten. Leider strömen heute die Kinder und Jugendliche dieses Stammes aufs Festland, um bessere Bildungs- und Arbeitschancen zu haben, weshalb das Volk vom Aussterben bedroht ist. Ich habe den Titikakasee ein zweites Mal sehr genossen, es ist unglaublich, wie groß er ist. Trotzdem muss ich sagen, dass der bolivianische Teil des Sees mir im April besser gefallen hat. Danach ging es weiter nach Cusco, in die Hauptstadt des ehemaligen Inkareiches. Cusco zeichnet sich sehr durch die kolonialen Bauten aus, aber ab und zu entdeckt man Spuren des alten Inkareiches, ein ganz besonderer Mix. In Cusco verbrachte ich fünf Tage, um ein bisschen auszuspannen. Natürlich habe ich auch die Projekte unserer Stiftung in Cusco angeschaut und ich wurde dort sehr herzlich empfangen. So war es gar nicht schlimm, dass ich meine Abschlussreise durch Peru alleine unternommen habe, traf ich doch überall Leute, die mich ein wenig auf meiner Reise begleiteten. Neben der Stadt Cusco habe ich noch Pisaq, eine andere Kleinstadt, und natürlich Machu Picchu besichtigt. Auch wenn die Menschenmassen auf Machu Picchu, der weltbekannten Inkaruinenstätte, enorm waren, war es für mich natürlich der Reisehöhepunkt, auch ein Höhepunkt meiner gesamten Zeit in Südamerika. Leider steigen die Preise im Moment ins Unermessliche, da die Nachfrage sehr groß ist. Man kann schon sagen, dass die Touristen da ein wenig ausgenutzt werden, was sie nicht davon abhält, die Ruinen zu besuchen. Von Cusco bin ich dann in Richtung Lima, der Hauptstadt Perus, aufgebrochen. Die Busfahrt dauerte 20 Stunden, die längste, die ich je erlebt habe. Ich muss aber sagen, dass die Zeit echt schnell vorbeiging. In Lima erwartete mich leichter Regen und ein bewölkter Himmel, sodass der Stadtrundgang mir nicht so gefiel. Bei Nacht allerdings haben mir die beleuchteten Kirchen und Plätze sehr gut gefallen. Viel, das muss zugegeben werden, hatte die Hauptstadt Perus allerdings nicht zu bieten, weshalb ich nach einem Tag auch noch einmal ins Andenhochland aufbrach. In Huaraz, einem kleinen Städtchen in der sogenannten "peruanischen Schweiz", konnte ich noch einmal zwei Tage ausspannen. Schneebedeckte Gipfel um mich herum, Sonnenschein und ein angenehmenes Klima bescherten mir tolle Tage. Am ersten Tag habe ich eine Tour zu einer Lagune unternommen, wo ich viele nette Leute aus aller Welt kennengelernt habe, am zweiten Tag gönnte ich mir einen Nachmittag in einem Thermalbad, einem peruanischen, einfachen selbstverständlich, mit rotbraun gefärbtem Wasser, das heilend wirken sollte. Landschaftlich war Huaraz für mich das Highlight Perus, mag ich doch das Hochland und die Berge sehr. Über Lima ging es am nächsten Tag nach Ica, einer Stadt an der Küste, von wo aus ich die Halbinsel Paracas besuchte und zum ersten Mal seit langem wieder am Meer gewesen bin. Am nächsten Tag war ich an der Oase Huacachina, die inmitten eines kleinen Wüstengebietes liegt. Gerade der Sonnenuntergang war sehr beeindruckend. Die letzten beiden Tage meines Urlaubes verbrachte ich in Arequipa und im Colca-Canyon. Arequipa war für mich die schönste Stadt Perus, wobei ich nicht genau sagen kann, warum ich so denke. Das Flair hat mir einfach sehr gut gefallen. Der Colca-Canyon, der 5 Busstunden von Arequipa entfernt liegt, ist tiefer als der Grand-Canyon in den USA und einer der tiefsten der Welt. Bekannt ist der Canyon für die Andenkondore, die jeden Morgen über ihm kreisen. Der Kondor ist der größte Raubvogel der Welt und es gibt nur sehr wenige davon. Sie können eine Flügelspannweite von bis zu 3,20m erreichen. Ich hatte das Glück, welche über dem Canyon kreisen zu sehen. Leider kommt die Tiefe des Canyons und die Größe der Kondore auf den Fotos nicht gut heraus. Der Colca-Canyon war mein Abschluss in Peru, bevor es dann wieder nach Bolivien ging, wo mich noch vier Tage voller Stress erwarteten, bevor es zurück nach Deutschland ging. Auf meiner Peru-Reise hatte ich noch eimal die Möglichkeit, ein Land und die Leute sehr intensiv wahrzunehmen, da ich ja insgesamt 17 Tage unterwegs war. Es war ein gelungener Abschluss, hatte ich doch noch einmal viel Zeit das Jahr zu reflektieren und mich auf das Kommende vorzubereiten. Peru ist Bolivien sehr ähnlich, landschaftlich, kulturell aber auch die Menschen mit ihren Traditionen. Ich mag das Ursprüngliche, das Andere, weswegen diese beiden Länder mich am meisten beeindruckt haben. Ich kann eine Reise nur empfehlen, es ist eine wirklich wertvolle Erfahrung. 

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