Auf Stippvisite in Paraguay, Brasilien und Argentinien!

Man stelle sich einen breiten Fluss vor, ruhig fliessend, man laeuft auf einem Steg ueber das Wasser, rechts und links fliegen Schmetterlinge, es wird immer lauter, das Rauschen wir immer lauter und lauter. Ploetzlich sieht man ein Naturspektakel, das man sich kaum vorstellen kann, wenn man es nicht selbst gesehen hat. Man blickt in den "Teufelsrachen", eine halbrunde Schlucht, wo aus 70 Metern bis zu 13.000 Kubikmeter Wasser hinunterstuerzen. Man ist eigentlich fassungslos. Der Teufelsrachen ist nur ein Teil der fast 3 Kilometer langen Iguazú-Wasserfaellen im Grenzgebiet zwischen Paraguay, Brasilien und Argentinien, mit 275 einzelnen Faellen die groessten Wasserfaelle der Welt und gleichzeitig das Highlight meiner 12-taegigen Reise in diesen drei Staaten. Gestartet bin ich in Asunciòn, der Hauptstadt Paraguays, wo mich Julia, mit der ich die ganze Reise unternommen habe, herzlich am Flughafen empfangen hatte. Zuerst einmal hat mich die Hitze von Asunción ueberwaeltigt, die hohe Temperatur gepaart mit einer sehr hohen Luftfeuchtigkeit war am ersten Abend schwer zu ertragen. Asunción war fuer uns nur der Ausgangspunkt der Reise, sodass wir auch nur einen Tag, es war ein Donnerstag, geblieben sind, wo wir die wenigen DInge, die Asunción zu bieten hat, anschauten. Sehr gefreut haben wir uns ueber das bisschen Stueckchen Heimat, das wir in der deutschen Baeckerei gefunden haben. Brezeln, Zwetschgenkuchen, Kirschtaschen und noch vieles mehr. Es war sehr lecker. Am Abend haben wir uns dann auch schon wieder von Asunción verabschiedet, es ging nach Aregua, ungefaehr 50 Kilometer noerdlich der Hauptstadt. Aregua ist eine Kleinstadt, inmitten der Waldlandschaft Paraguays, fuer mich war es sehr ungewoehnlich, so viel gruen zu sehen. Die Nacht hatten wir in einem einfachen Hostel verbracht, wo mich dann auch gleich eine Kakerlake angefallen hat, mit einer weiteren haette ich beinahe geduscht. Man muss sagen, dass Kakerlaken hier nicht wie bei uns nur an schmutzigen Orten anzufinden ist, wobei es natuerlich trotzdem immer ein bisschen eklig ist. In Aregua haben wir uns den Keramikmarkt, den anliegenden See, den Hauptplatz und die Kirche angeschaut. Es war schoen, nicht nur die Hauptstadt, sondern auch ein anderes Gesicht von Paraguay zu sehen. Viel zu bieten hat das Land im Vergleich zu den anderen Laendern Suedamerikas nicht, weswegen es auch nur wenig touristisch erschlossen ist. Deshalb ging es auch am Freitag-Abend direkt nach Ciudad del Este weiter, eine Stadt an der Grenze zu Argentinien und Brasilien, wo wir eine Nacht uebernachtet haben. Um 6 Uhr am naechsten Morgen hiess es aufstehen, da wir so frueh wie moeglich im Nationalpark Iguazú auf der brasilianischen Seite ankommen wollten. Es war mit 2 Grenzuebergaengen und dem ersten Blick auf die Wasserfaelle fuer uns ein ganz besonderer Tag. Puenktlich zur Parkoeffnung waren wir angekommen, kurz darauf konnten wir dann auch die Iguazú-Wasserfaelle in voller Pracht erblicken. In einem vierstuendigen Rundgang haben wir so vieles gesehen, auf einem Steg konnte man von unten sogar ein Stueck in den "Teufelsrachen" hineinlaufen. Trocken blieben wir dabei natuerlich nicht. Das Gefuehl, unterhalb der Faelle zu stehen, war einfach unglaublich. Wir haben es beide sehr genossen und freuten uns schon gleich, dieses Naturspektakel am naechsten Tag von der anderen Seite aus zu sehen. Nach einem Tag in Brasilien ging es am Abend nach Argentinien, in die Kleinstadt Puerto de Iguazú, wo wir uns nach dem anstrengenden Tag erst einmal ein mehr oder weniger leckeres Abendessen goennten. Leider hatten wir das falsche bestellt. Am naechsten Morgen stand dann die argentinische Seite auf dem Programm. Die ersten Eindruecke habe ich ja schon zu Beginn beschreiben, danach ging es auf 2 Rundgaengen durch den Nationalpark, bevor wir dann zum Schluss uns eine Fahrt mit einem Boot in die Wasserfaelle hinein goennten. Das Boot fuhr bis direkt an die Faelle heran, leider dauerte das kleine Abenteuer nur einige Minuten. Aufgrund des Wassers war man auch leider mehr damit beschaeftigt, sich die Augen zuzuhalten. In keinem Augeblick erschien uns das Ganze gefaehrlich, wobei wir uns schon gefragt haben, was passiert, wenn das Boot kentert. Uns war klar, dass die Schwimmwesten dann auch nichts mehr nuetzen. Es war fuer uns ein komisches Gefuehl, ein Tag spaeter zu erfahren, dass an diesem Tag eines dieser Boote gekentert ist und zwei US-Amerikaner dabei gestorben sind und zwei Deutsche verletzt wurden. Der erste Unfall ueberhaupt. Ein Tag davor waren womoeglich wir noch in dem gleichen Boot gesessen. Insgesamt kann ich sagen, dass diese zwei Tage unglaublich schoen waren. Ich kann auch nicht sagen, ob mir die argentinische oder die brasilianische Seite besser gefallen hat. Auf der brasilianischen Seite sieht man die Wasserfaelle im Ganzen, auf der argentinischen mehr im Detail. Ich wuerde wieder beide Seiten besuchen, langweilig war es in keinem Moment. Am Montag haben wir uns dann nach den anstrengenden Tagen einen Tag der Enstpannung in einem Hostel mit Pool gegoennt. Das muss auch mal sein. Am Abend sind wir dann mit dem Bus nach Buenos Aires, der Hauptstadt Argentiniens, aufgebrochen. Die Fahrt sollte 17 Stunden dauern, am Ende waren es dann 20 Stunden. Fuer mich eigentlich unvorstellbar, so lang bin ich hier in Suedamerika noch nie Bus gefahren. Zum Glueck war der Bus super bequem, die Sitze konnte man fast bis auf die Horizontale stellen, es gab Abendessen und Fruehstueck, vergleichbar mit Flugzeugessen. Nach dem Abendessen gab es sogar noch ein Glas Sekt. Willkommen in Argentinien! In Bolivien bin ich froh, wenn ich einen Bus finde, der mich einigermassen sicher ans Ziel bringt, Argentinien erfuellt einen anderen Anspruch, sodass die Busfahrt gefuehlt sehr schnell vorbei war. Um die Mittagszeit kamen wir dann am Dienstag in der Weltstadt Buenos Aires an, wo wir schnell ein sehr gutes Hostel im Stadtzentrum gefunden haben. Am Abend haben wir dann meine Mitfreiwillige Silke am Flughafen abgeholt, die direkt aus Cochabamba angekommen ist. Bis Sonntag haben wir dann Buenos Aires erkundet und das Ambiente dieser so tollen Stadt genossen. Natuerlich ist auch Buenos Aires sehr von der Kolonialzeit gepraegt und wirkt sehr europaeisch. Tolle Strassencafes, huebsche Viertel, beeindruckende Kolonialgebaeude und der ganz besondere Charme machen die Stadt aus. Zu den Highlights gehoerte sicherlich der Friedhof im Stadtviertel Recoleta, wo auch Evita Peron begraben ist, das Kuenstlerviertel "La Boca" mit seinen bunten Gebaeuden, das moderne und reiche Hafenviertel, die Hauptkathedrale und das Regierungsgebaeude "Casa Rozada". Wahrzeichen der Stadt ist der Obelisk auf der zwanzigspurigen Hauptstrasse 9 de Julio, die als die breiteste Strasse der Welt gilt. Gerade bei Nacht wunderschoen anzuschauen. Leider haben wir es aufgrund eines Fehlers unseres Hostelpersonals nicht geschafft, eine Tangeshow anzuschauen. Dafuer haben wir drei Mal die argentinische Kueche genossen, das Fleisch ist einfach super lecker. Ein argentinisches Steak kann man sich nicht entgehen lassen. Desweiteren haben wir in der Kulturnacht das Sinfonieorchester aus Moskau live auf der Buehne vor dem Obelisken erlebt. Die Tage in Buenos Aires waren sehr schoene, auch wenn ich wieder einmal gemerkt habe, dass ich kein Stadtmensch bin. Ich habe es sehr genossen, mit Julia und Silke dies alles zu erleben, da wir uns (fast) immer in unseren Interessen einig waren und das alles wesentlicher einfacher machte. Zu schnell war der Urlaub wieder vorbei, als ich mit Silke am Sonntag-Nachmittag nach Cochabamba zurueckflog. Doch habe ich in dieser doch kurzen Zeit so viel Schoenes gesehen, auf meiner Stippvisite in drei Laendern.

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